Ursula Fluri, Obergerlafingen

CAS, natur-erlebnis-wald

Ungewissheit einplanen

Seit 14 Jahren unterrichtet Ursula Fluri-Baumgartner Schulklassen draussen im Wald - bei jedem Wetter und in jeder Jahreszeit.  Nach den Herbstferien nehmen die Buchungen ab. Die Winterruhe kehrt ein. Sie dauert bis zum folgenden Frühling, dann beginnt die Saison von Neuem.

«Die Jahreszeiten sind Teil meiner inneren Uhr und bestimmen mein Leben», erzählt die Waldpädagogin. Doch in den letzten Jahren wird ihr immer mehr bewusst, dass sie sich nicht mehr auf die Jahres- und Vegetationszeiten verlassen kann. So verschieben sich beispielsweise Blüte- und Erntezeiten von Wildkräutern. Da Ursula Fluri Themen und Kursdaten oft schon ein halbes Jahr im Voraus planen muss, wirken sich die Veränderungen direkt auf ihre Arbeit aus. «Bei der Vorbereitung muss ich neue Aspekte berücksichtigen», erläutert sie, «dazu zählen Fragen wie ‘Was mache ich, wenn die Wildkräuter für den Kurs vorher erfrieren oder nicht mehr zart sind, weil der Frühling zu warm ist?’, ‘Wie kann ich das Thema Winterwald vermitteln, wenn wie heute (25. Januar 2018) das Thermometer auf 10 Grad klettert?’» Als neue Herausforderung empfindet sie auch die Zecken, die in immer höheren Lagen anzutreffen sind sowie die immer häufiger auftretende Waldbrandgefahr: «Feuern ist nicht immer möglich, deshalb müssen die Jugendlichen Picknick mitbringen, das auch roh essbar ist.»

Dass diese schleichenden Änderungen von vielen nicht bewusst wahrgenommen werden, bestärkt Ursula Fluri in ihrer Aufgabe als Waldpädagogin: „Mit meiner Arbeit versuche ich möglichst viele Menschen auf Abläufe und Zusammenhänge in der Natur aufmerksam zu machen. Das ist wichtiger denn je!“