Bastiaan Frich, Nuglar

Biologe

2000m2 - so werden wir alle satt

1,4 Milliarden Hektar Ackerland stehen heute weltweit zur Verfügung. Bei einer Weltbevölkerung von sieben Milliarden Menschen ergibt das rechnerisch pro Person 2000 m2. Ob das reicht für alles Gemüse, Getreide, aber auch für Futterpflanzen, Baumwolle und Biosprit? «Ja», weiss der Biologe Bastiaan Frich, «entscheidend ist der Lebensstil. Es gibt Regionen, da ernähren sich von dieser Fläche mehr als 20 Menschen. Ausschlaggebend sind klimatische Bedingungen, Anbaumethoden und Kultur. In Mitteleuropa beansprucht eine Person ca. 2800 m2. Da in der Schweiz aber nur ca. 500 m2 pro Person bestehen, importieren wir Waren und beanspruchen dadurch 2200 m2 in anderen Teilen der Welt.»

Um ein Bewusstsein für die Ackerfläche und ihre Nutzung zu schaffen, hat Frich 2017 den 2000 m2 Weltacker in die Schweiz nach Nuglar gebracht: «Der Weltacker widerspiegelt massstabgetreu wie wir die Äcker der Erde bestellen.»  Dabei belegen Monokulturen die Hälfte der Fläche: Weizen, Mais, Reis und Soja. Sie dienen hauptsächlich der Fütterung von Nutztieren. Gemüse nimmt wenig Platz ein.  «So geht es nicht», erklärt Frich, «wir müssen die Tiere auf die Weide schicken, statt sie mit Mais, Getreide oder Soja vollzustopfen. Wir müssen Pflanzen anbauen, die wir direkt essen können. Und es ist eine Verschwendung, wenn Lebensmittel im Abfall landen oder als Biosprit verbrannt werden.»

Das ist wichtig, denn die Weltbevölkerung wächst und die Ackerflächen schrumpfen. Für den Verlust ist die Bautätigkeit verantwortlich, aber auch der Klimawandel: Flächen versteppen, fruchtbares Land wird durch den steigenden Meeresspiegel abgeschwemmt. «Mit jedem Bissen geben wir einen ökonomischen, politischen, sozialen und ökologischen Auftrag - hier und anderswo», betont Frich. Doch der Schritt vom Wissen zur Umsetzung ist mitunter schwer. Der Besuch des Weltackers erleichtert ihn.

2000 m2 Weltacker Schweiz

 

 

Illustration: Annika Huskamp für Zukunftsstiftung Landwirtschaft