Christian Lerch, Biberist

Lebensmittelfachmann, Executive MBA FHO

Wie kann ich Mythen erfolgreich widerlegen?

Beim Joggen, Walken oder Wandern verbringt Christian Lerch viel Zeit in der Natur. Dabei zählt nicht nur die sportliche Aktivität: « Unterwegs nehme ich die jahreszeitlichen Veränderungen bewusst wahr. Gleichzeitig realisiere ich überraschende Entwicklungen wie Pflanzen, die extrem früh blühen, wenig vielfältige Wiesen, fehlende Maikäfer oder Ähnliches». Ob diese Entwicklungen Folgen des Klimawandels sind? Lerch gibt zu bedenken: «Nichts davon ist so eindeutig wie der Gletscherschwund. Andere Ursachen wie beispielsweise die landwirtschaftliche Nutzung oder das aktuelle Wetter könnten dafür verantwortlich sein.» Trotzdem zweifelt Lerch nicht am fortschreitenden Klimawandel: «Die Aufzeichnungen der Wissenschaft sind überzeugend und unter Wissenschaftlern unbestritten.»

Er ist deshalb überrascht und besorgt, dass er immer wieder auf Klimaskeptiker trifft: «Wie begegne ich diesen kritischen Stimmen, die sich wie Rosinenpicker auf ein ausgewähltes Detail konzentrieren und den Gesamtzusammenhang missachten?» fragt sich Lerch. Er weiss nämlich, dass Klimaindikatoren wie Temperatur, Schneemengen oder Meeresspiegel nur dann aussagekräftig sind, wenn sie über einen genügend langen Zeitraum betrachtet werden. Ein kalter Februar in der Schweiz ist also weder ein Hinweis auf noch ein Beweis gegen die Klimaänderung. Auch das Argument «Klimaänderungen gab’s schon immer….» mag zwar stimmen, doch das Tempo der gegenwärtigen Veränderung ist einmalig schnell. Christian Lerch weiss aus Erfahrung, dass es sehr schwierig und anspruchsvoll ist, Kritiker zu überzeugen. Eine wichtige Aufgabe sieht er deshalb bei der Bildung: «Je besser die Menschen über die grossen Zusammenhänge informiert sind, desto weniger Nährboden haben ‘Fake-News’». Auch deshalb engagiert sich Lerch bei der 2000-Watt-Gesellschaft und hilft an Informationsanlässen mit.