Christian Ledermann, Küttigkofen

Ingenieur HTL

Gewinner sind alle

Energiethemen beschäftigen Christian Ledermann seit Jahrzehnten. Gepackt hat es ihn 1973, als die Erdölkrise zu autofreien Sonntagen führte: „Auf den Strassen tummelten sich die Menschen auf Fahrrädern und Rollschuhen und liessen landauf, landab Volksfeststimmung aufkommen“, erinnert er sich. Gleichzeitig flackerten aber auch Fragen auf: „Wie sieht die Energiezukunft der Schweiz aus? Welche Alternativen zu Erdöl bestehen?“ 1978 liess er sich, im Zusammenhang mit dem Bau eines Familienwohnhauses in Küttigkofen, von einer Wärmepumpenheizung mit Erdwärmekollektoren begeistern. „Die Technik steckte damals noch in den Kinderschuhen, viel Erfahrung bestand nicht.“ Doch Ledermann zeigte Pioniergeist, installierte das neue Heizsystem und bereits damals Fenster mit einer 3-fach-Verglasung. Die Wahl des erneuerbaren Energieträgers statt der fossilen Energiequelle löste nicht überall Schulterklopfen aus. „Viele verstanden unsere Beweggründe nicht, hielten sich mit Kosten-Nutzenberechnungen auf“, erzählt er. Doch das Geld stand für ihn nie im Vordergrund: „Gewinner ist die Umwelt. Wenn wir Energiefragen sauber lösen, beugen wir Umweltproblemen vor.“ Er denkt dabei an Luftschadstoffe, die bei der Verbrennung von Öl entstehen, an lange Transportwege und das klimaschädigende CO2. 2003, nach 25 Jahren Einsatz, musste Christian Ledermann den Kompressor der Wärmepumpe ersetzen. Nachfolgend wurde die Energieversorgung zusätzlich optimiert: „2005 löste eine Erdsonde den Erdkollektor ab und seit 2012 liefert eine kleine Photovoltaikanlage mehr Strom als für Heizung, Warmwasser und Haushaltstrom notwendig ist.“ Rückwirkend weiss Christian Ledermann: „Die Investitionen in Energieeffizmassnahmen wurden durch tiefere Energiekosten längst wettgemacht.“ Dass er zugleich einen wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet hat, macht ihn glücklich und zeigt: Pioniergeist lohnt sich.