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Peter Zimmermann, Attiswil

Landwirt

Als Landwirt bin ich doppelt gefordert

Dass sich das Klima ändert, spürt der Gemüsebauer Peter Zimmermann. Denn der Erfolg im Pflanzenbau hängt nicht nur von seiner Arbeit ab, sondern wird von der Witterung mitgeprägt. "Für das Pflanzenwachstum ist vor allem die Bodentemperatur entscheidend", weiss er, "der Huflattich beispielsweise blüht, wenn es im Boden 6° C warm ist - egal ob der Kalender Februar  oder März anzeigt." Deshalb blickt er vor einer Aussaat lieber in die Natur, als auf die Angaben auf der Samentüte. Und seine langjährigen Aufzeichnungen im Pflanzen-Tagebuch bestätigen: Die Aussaatzeiten im Freien verschieben sich. Der Frühling beginnt früher und geerntet wird vermehrt bis im Dezember.

Dass die Landwirtschaft von den Auswirkungen des Klimawandel betroffen ist, den Klimawandel aber auch mit verursacht, stimmt Peter Zimmermann nachdenklich: "Einerseits stöhnen wir über Trockenheit, Starkregen und neu eingewanderte Schädlinge, anderseits setzt die Landwirtschaft in der Viehwirtschaft, beim Ackerbau und beim Einsatz von Maschinen viele klimarelevante Gase frei." Auf seinem Betrieb berücksichtigt er deshalb wo möglich nachhaltige Prozesse: "Wir produzieren biologisch, setzen bei der Viehwirtschaft auf Mutterkuhhaltung, lagern das Gemüse statt in einem energieintensiven Kühllager in einem Erdkeller, bewässern nur punktuell und verkaufen unser Gemüse ausschliesslich direkt an den Verbraucher." So beliefert er wöchentlich Familien in der Region mit einem Gemüsekorb. Damit das Gemüse auch mundet und verwertet wird, dürfen die Konsumenten zwischen einem Standard-Korb und einer individuell bestellten Lieferung wählen. "Ich verstehe, wenn Kunden ab und zu kleinere Lieferungen benötigen oder wenn sie einzelne Gemüse nicht mögen. Denn je angepasster die Lieferung ist, desto weniger Gemüse vergammelt oder landet im Abfalleimer."