Irene Liechti, Gächliwil

Pflegefachfrau im Alterssitz Buechibärg

Hitzetage fordern mich

In der Altenpflege ist der Klimawandel auch ein Thema. „Alte Menschen nehmen ihn kaum wahr oder sprechen zumindest nicht darüber. Aber wir Pflegenden spüren die neuen Herausforderungen.“
Zum Beispiel haben alte Menschen weniger Empfindungen für Durst und Körpertemperatur. Die Pflegenden müssen überwachen, dass genug getrunken wird. Das braucht Charme und Hartnäckigkeit, zuweilen auch eine Tagesplanung der Trinkrationen.

„An Hitzetagen müssen wir ein doppeltes Auge auf unsere Leute haben.“ Bei hoher Sonneneinstrahlung ist der Aufenthalt im Freien zu vermeiden. Das verstehen nicht alle gleich gut. Die Kleider müssen häufiger gewechselt werden, wenn sich Hitze, Schwüle und Abkühlungen täglich ändern. Das spüren wir auch an den grösseren Wäschemengen.

Irene Liechti hofft, dass das Bäumchen, das vor der Demenzabteilung gepflanzt wurde, bald zum Schattenspender wird und der Neubau gut isoliert ist. In Zeiten des Klimawandels sind das für die Pflegenden keine Details. Sie sind deshalb gerne bereit, bei der Planung von Gebäuden mitzudenken.

Hitze macht müde. Dies kann alten Menschen die Tagesstruktur, die ihnen wichtig ist, durcheinanderbringen. Irene Liechti verweist noch auf eine weitere Erschwernis in der Pflege: Infektionskrankheiten wie Husten oder Durchfall haben zugenommen. Viren können sich bei den neuen Bedingungen besser vermehren.

„Auch wenn Extremsituationen weiter zunehmen, wird es den Menschen hier im Alterssitz gut gehen. Was mir erheblich mehr Sorge bereitet, sind die Veränderungen in der Natur. Da denke ich insbesondere an die Buchen auf dem Buechiberg.“