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Brigit Wyss, Solothurn

Regierungsrätin

Lebensmittelverschwendung (Foodwaste) geht uns alle an

„Jeder Versuch, bewusst zu konsumieren und weniger zu verschwenden, ist ein Schritt in die richtige Richtung“, ist Brigit Wyss überzeugt. Für sie liegt eine Ursache der übermässigen CO2-Emissionen, die unser Klima belasten, im achtlosen Umgang mit Konsumgütern, im Besonderen auch mit Nahrungsmitteln.


„Knapp eine Mahlzeit wirft die durchschnittliche Schweizerfamilie täglich in den Mülleimer – also rund ein Drittel aller Lebensmittel“, weiss sie. Dass die Schweiz damit weder besser, noch schlechter handelt als andere Industrienationen, ist für Brigit Wyss keine Entschuldigung: „Nahrungsmittelverschwendung ist Energieverschwendung pur. Berücksichtigen wir nämlich Produktion, Transport, Lagerung und Verarbeitung der Lebensmittel entfällt ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen auf den Bereich Ernährung.“


Nicht zufällig liegt Brigit Wyss der achtsame Umgang mit Lebensmitteln ganz besonders am Herzen: „In meiner Kindheit hat uns unsere Mutter gelehrt, wertschätzend mit Nahrungsmitteln umzugehen. Wie die meisten Bauernfrauen hat sie mehrheitlich mit Produkten aus dem eigenen Betrieb gekocht.“ Gemüse und Obst wurden selber angepflanzt, geerntet und verarbeitet. Da wanderte auch ein zweibeiniges Rüebli oder Fallobst in die Pfanne und Resten wurden geschickt weiterverwertet und in den Menuplan eingebaut.


Um die Nahrungsmittelverschwendung zu hemmen, hat der Kanton Solothurn kürzlich beim Bund eine Standesinitiative eingereicht. Brigit Wyss erwartet, dass der Bundesrat das Thema aufgreift und klare Ziele formuliert. Bis jedoch politische Massnahmen greifen, zählt sie auf die Einsicht von uns allen: "Jeder Einzelne kann zur Minderung von Foodwaste beitragen, indem er dem Überangebot in den Läden trotzt, seinen Kühlschrank gut organisiert und trotz Ablaufdatum wieder vermehrt auf seine eigene Nase vertraut."