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Michael Haberstich, Olten

Fischer

Der Wels macht mir Sorgen

Seit Kind fischt Michael Haberstich, genau wie sein Vater und auch schon sein Grossvater. Bei Winznau an der Aare ist er am liebsten. Unter dem Wehr beginnt die Restwasserstrecke. Dort kann man im Fluss stehen und fischen.

„In den letzten 30 Jahren hat sich das Wasser erwärmt. Es gibt weniger Edelfische wie Forellen. Mit der Erwärmung des Wassers bildet sich ein Algenteppich am Grund und damit gibt es weniger Laichplätze für Fische. Wenn der Klimawandel so weitergeht, verschwindet die Forelle, und der Aesche wird es wohl nicht anders gehen“.

„Der Wels ist ein Raubfisch und extrem am Kommen. Die Erwärmung des Wassers ist ein wichtiger Grund. Welse sind Riesenfische, die bis zu drei Meter lang werden und Fische aber auch Enten und junge Schwäne fressen. Was macht man, wenn man 50 - 80 Kilo Fisch aus dem Wasser zieht? Meine Frau mag zwar das Fleisch, denn es ist schneeweiss und „fischelet“ nicht“, lacht er.

Pro Kilo Lebendgewicht legt der Wels 10'000 Eier. Michael Haberstich mag sich nicht ausmalen, was in Zukunft passieren wird. Für ihn ist der Wels mitschuldig, dass er hier weniger Fische fängt. Er hat auch gehört, dass der Raubfisch in Italien Hunde angegriffen hat und entlang der Flüsse Warnschilder aufgestellt wurden.

„In unserer Familie herrscht der Fischvirus: Meine Töchter fischen, meine Schwiegersöhne fischen und meine Grosskinder kennen bereits die Namen der Fische. Habe ich schlechte Laune, ermuntert mich meine Frau: Gang doch no chli go fische ...“