Irene Künzle, Langenbruck

Dozentin für Umweltbildung

Ich und die Ananas

Die Biologin leitete viele Jahre das Projekt „Umweltbildung und Naturschutz“ im Naturpark Thal. Die Förderung der Ernährung aus regionalen und saisonalen Produkten wurde damit zu einem Thema ihrer Arbeit.

Die Politisierung für Ernährung und Klimaschutz begann aber schon vor 20 Jahren. Irene Künzle hatte die Gelegenheit, ein halbes Jahr als Freiwillige, in einer Schule auf den Philip-pinen zu arbeiten. Dort lernte sie den Wert der Wälder aus Sicht der Urbevölkerung kennen. Diese nahmen sie immer wieder auf Wanderungen mit. Sie liebte diese Wälder, die auch für den Klimaschutz von grosser Bedeutung sind.

„Plötzlich standen wir einmal vor riesigen Flächen, auf denen der Wald abgeholzt und abge-brannt war. Ich erfuhr, dass hier eine internationale Firma eine Plantage mit Ananas für den Export anlegen wollte, ein schmerzliches Erlebnis.“

Diese Bilder prägten sich in ihrem Gedächtnis ein. Sie kommen ihr in den Sinn, wenn sie im Supermarkt vor einem Regal voller Ananas steht. „Mir wurde noch stärker bewusst, dass wir mit allem, was wir essen, einen Einfluss auf die Umwelt und dadurch auf das Klima haben.“

Irene Künzle mag Ananas, seit ihrer Kindheit. Von Zeit zu Zeit geniesst sie auch eine Tropenfrucht aus biologischer Produktion und fairem Handel. „Die Bilder aus den Philippinen sind mir immer gegenwärtig“, meint sie. „Seit diesem Erlebnis versuche ich, konsequenter auf biologische, regionale und saisonale Produkte zu setzen.“

Heute gibt sie ihr Wissen an der Pädagogischen Hochschule in Solothurn an Lehrpersonen weiter. „Wenn wir alle etwas massvoller konsumieren würden, wäre es auf der Welt wahr-scheinlich besser.“