Tobias Vega, Olten

Kaufmann

(G)Artenvielfalt

Wurzeln schlagen in einer neuen Umgebung, Menschen begegnen, Lebensmittel produzieren, Saatgut gewinnen oder einfach raus aus den eigenen vier Wänden - es gibt viele Gründe, weshalb sich immer mehr Menschen in gemeinschaftlichen Gartenprojekten engagieren.

Auch in Olten gibt es seit 2015 Gemeinschaftsgärten. Was motivierte Tobias Vega, die Bewegung "Garten für alle" zu gründen? "Ich beschäftigte mich während vielen Jahren mit gesellschaftlichen und politischen Fragen wie Saatgut-Patente, Landkauf, Biodiversität, Fair-Trade und Klimawandel. Immer wieder tauchten dabei Themen rund um die Ernährung als Ausgangspunkt eines Problems auf. Mit der Gründung des "Gartens für alle" wollte ich Verantwortung für einen Teil meiner Nahrungsmittel übernehmen und zugleich Gartenbau lernen und praktizieren."

Seit drei Jahren gärtnert er nun mit Gleichgesinnten auf der Trottermatte, einem Grundstück der Stadt. Dabei wird auf Pestizide, chemisch-synthetische Dünger und Torf verzichtet. Neben zwei grossen, angelegten Beeten gedeihen auch viele Wildpflanzen und Beeren. "Wir ernten Brennnesseln und Löwenzahn für Salat. Überschüsse bei den Beeren werden eingekocht", erklärt Vega die Verwertung. Doch Überschüsse gibt es selten, denn der Garten steht allen offen: "Bei uns darf jedermann Beeren naschen und Kräuter oder Salate massvoll schneiden."

Für Tobias Vega sind Gemeinschaftsgärten Teil einer lebenswerten, lebendigen und zukunftsfähigen Stadt: "Hier ergibt sich Gelegenheit und Notwendigkeit zum Austausch. Unterschiedliche Talente schaffen eine lebendige Atmosphäre. Vielfalt entsteht. Und der Eigenanbau schont Ressourcen und das Klima."

Das Gartenprojekt in Olten hat Wurzeln geschlagen und spriesst: Heute wird auch im Sälipark, in den Hochbeeten vor dem Cultibo und in der Rötzmatt gemeinsam geackert.

Garten für alle