Cäsar Bürgi, Holderbank

Bauer

Ich will beweglich und unabhängig bleiben

Die 70 Red-Angus Rinder von Cäsar Bürgi fressen, was auf der Oberen Wies (750 m ü. M.) in Holderbank wächst. Die Tiere sind genügsam und brauchen kein Kraftfutter, das irgendwo auf der Welt produziert und aus Übersee hertransportiert wird. „Wir arbeiten mit dem, was es hier hat. Das ist der Hauptgrund, weshalb wir auf diese Rasse setzen. Und darauf sind wir stolz“.

Erlebt er ein trockenes Jahr, mag er nicht klagen sondern versucht sich anzupassen - genau so, wenn es dauernd regnet. Die extremen Wettersituationen geben ihm zu denken, aber es soll weitergehen, auch für seine Kinder. Er will zeigen, dass es möglich ist, mit der Klimaveränderung innovativ umzugehen. Der Hof soll diese Energie ausstrahlen.

Der Trockensommer 2015 war eine Herausforderung. „Wir hatten zum Glück einen guten ersten Schnitt. Danach versiegte aber die hofeigene Quelle und wir mussten Wasser vom Gemeindenetz beziehen.“ Dieses Jahr kippte das Wetter in ein anderes Extrem. „Beim Dauerregen mussten wir die Rinder im Stall lassen, um die Weiden zu schonen. Die Tiere waren damit gar nicht einverstanden“, erzählt er.

„Die Natur überlebt solche Extreme, aber die Landwirtschaft muss sich anpassen, wenn sie weiterkommen will“, ist er überzeugt. Er möchte ein agiler Bauer sein und sich von seinen Beobachtungen und nicht vom Gerede über Spezialisierung, Effizienz und Wachstum leiten lassen.

Die Burenziegen hat er gekauft, weil es auf seinem Land viele Büsche gibt und er diese nicht einfach abholzen will, um Weideland zu gewinnen. „Wer weiss, wenn die Trockensommer zunehmen, sind wir um die tiefwurzelnden Sträucher und unsere Erfahrungen in der Ziegenzucht dann plötzlich froh.“