Thomas Gröbly, Baden

Mitinitiant von Ecoloc

Das Leben lokal verankern

Wie kann eine Gemeinde ihre lokale Ökonomie fördern und dabei aktiv Klimaschutz betreiben? Eine Frage, die sich Thomas Gröbly, gelernter Landwirt und Ethiker, schon seit Jahren stellt.

2016 gründete Gröbly zusammen mit Stephan Dilschneider Ecoloc, die Gesellschaft für Lokale Ökonomie. Ecoloc will die lokalen Wirtschaftskreisläufe stärken und so aktiv Klimaschutz betreiben. „Die Bereiche Wohnen, Arbeit, Konsum und Freizeit sind heute stark auseinander gerissen“, sagt Gröbly. „Indem wir sie geografisch näher zusammenrücken, können wir Distanzen verkürzen und klimaschädigendes CO2 sparen.“ Gröbly denkt z.B. an Dorflädeli, wo Produzenten aus der Region ihre Ware anbieten und so den lokalen Konsum stärken. „Unser Geld soll nicht aus den Gemeinden oder ins Ausland abfliessen, sondern lokal investiert werden.“ Ecoloc will auch zum Teilen animieren. Gröbly schlägt vor, Mobilitätsgenossenschaften zu gründen: „Viele Autos stehen ineffizient herum. Einen Teil davon könnte verkauft und die übrigen Autos geteilt werden.“

Kerngeschäft von Ecoloc (ecoloc.org) ist die Begleitung von Gemeinden. „Aktuell arbeiten wir an einem trinationalen Pilotprojekt in der Region Basel mit 12 Gemeinden. Sie arbeiten an ihrer eigenen Entwicklung, sollen aber voneinander lernen und sich austauschen“, erklärt Gröbly. Auch die Solothurner Gemeinde Dornach ist interessiert. Am Anfang wird mit Behörden, der Bevölkerung und lokalen Wirtschaftsvertretern die Ausgangslage analysiert und erste Ideen kreiert. Als Arbeitswerkzeug dienen von Ecoloc entwickelte Spielkarten, mit denen die lokalen Synergiepotenziale aufgezeigt werden können – z.B. zwischen „Mobilitätsgenossenschaften“ und „Energiesparen“. Die Karten helfen den anstehenden Umbau der lokalen Ökonomie spielerisch zu visionieren. 2019 sollen erste Massnahmen umgesetzt werden.