Sandra Morstein, Riedholz

Ökonomin, Gemeinderätin

Ein Planet wird geplündert

Als Tochter eines Naturwissenschaftlers wurde ich früh sensibilisiert für Natur und Umwelt und den Einfluss, den der Mensch im positiven wie im negativen Sinn hier hat. Bereits in den 70er Jahren wurde auf die Endlichkeit der vorhandenen Ressourcen hingewiesen. Der Buchtitel «Ein Planet wird geplündert» und die Studie des Club of Rome zu den «Grenzen des Wachstums» sind mir dabei besonders in Erinnerung. Im Zuge der Umweltbewegung der 80er Jahre kandidierte ich als 18-Jährige für den Stadtrat meines Wohnortes im rheinischen Braunkohlerevier. Der Braunkohleabbau hatte massive Auswirkungen. Grosse Waldflächen wurden gerodet, ganze Dörfer umgesiedelt und die Braunkohlekraftwerke verschmutzten die Luft. Es gab umfangreiche Massnahmen zur Rekultivierung der gerodeten Waldflächen. Deutlich war jedoch: Bis es wieder zu einem vergleichbaren Ökosystem wird, braucht es Jahrzehnte. Während meines Ökonomiestudiums war ich als umweltbewegte Jungpolitikerin die Ausnahme.
Nach 30 Jahren bin ich immer noch politisch engagiert. Heute u.a. als Gemeinderätin und Präsidentin der Umweltkommission meiner Wohngemeinde. Einiges wird heute präziser gesehen. Der Klimawandel ist Realität. Über die Dringlichkeit und die notwendigen Massnahmen wird jedoch weiterhin gestritten. Für mich ist klar: Wir müssen mit unseren Ressourcen sorgfältig umgehen. Es braucht eine Energiewende! Es braucht konkrete Massnahmen von allen Akteuren der Gesellschaft: der Politik, von Unternehmen und Forschung und von jedem einzelnen Menschen. Ich versuche die Zusammenhänge aufzuzeigen, z.B. die Bedeutung des Waldes als Ökosystem und CO2-Umwandler. Energieanlässe dienen der Information der Einwohnerinnen und Einwohner und sollen aufzuzeigen, was jeder Einzelne tun kann. Mit meiner Familie bewohne ich ein Solarhaus, wir heizen mit Sonnenergie. Es funktioniert! Für mich ist dies der Weg der Zukunft. Wir müssen den Ausstieg aus den fossilen Energien schaffen und auf erneuerbare Energien setzen. Die Technologien sind vorhanden. Es freut mich besonders, dass das Thema viele junge Menschen wieder dazu gebracht hat, sich politisch zu engagieren. Es gibt jedoch viel zu tun! Tragen wir Sorge für unser Klima und unsere Ressourcen. Für die Generation unserer Kinder und Enkelkinder.